Rückblick 2014

2014 habe ich 11 Röcke (Wahnsinn, echt??), 2 Männerknickerbocker, 1 Shirt, 1 Kinderhemd, eine Kinderhose, 2 Blusen und 5 1/2 Kleider genäht. Klarer Fall von Nähwahnsinn also und kein Wunder, dass der Haushalt unterdessen im Chaos versunken ist. Angefangen hat alles mit einer Schlafanzughose, die ich im Dezember 2013 für meinen Mann zu Weihnachten genäht habe, und bei deren Erstellung ich mir geschworen habe, nie wieder Karostoff zu vernähen (hab ich mir offensichtlich nicht lange gemerkt, es folgte bald ein Karotellerrock). Einige der Kleidungsstücke trage ich gerne und oft, andere muss man wohl eher als Übungsstücke bezeichnen, viele waren bereits nach dem 2. Tragen wieder in Auflösung. Umsonst war die Mühe aber wahrscheinlich bei keinem, denn ich glaube ich habe bei jedem was gelernt. Manchmal praktische Dinge (z.B. wie man einen nahtverdeckten Reißverschluss einnäht) manchmal anderes, bei denen ich dann immer wieder dachte: “Das musst Du mal alles zusammenschreiben!”

Hier meine “gelernt”-Liste:

1. Billige Stoffe lohnen sich nicht (oder nur dann, wenn man denselben Stoff für mehr Geld auch gekauft hätte). Man steckt so viel Zeit ins Nähen, dass es einfach nur ärgerlich ist, wenn der Stoff nach dem 5. Waschgang ausbleicht oder einreißt.
2. Schlampereien an Ecken und Kanten rächen sich: ich habe mindestens 2 Kleider, die ich nicht mehr anziehe, weil sie an Nähten ausfransen und aufreißen und sich das auch nimmer wirklich reparieren lässt.
3. Zunächst unverständlich erscheinende Anweisungen in Nähanleitungen haben meist ihren Sinn, besonders wenn es sich um “Staystitching” (Verstärkungsnähte) handelt
4. Füttern macht Arbeit
5. Die meiste Zeit geht nichts fürs Nähen drauf, auch nicht für den Zuschnitt, sondern für die Schnittanpassung auf die eigenen Maße. Außerdem steht es in keiner Nähanleitung und ist richtig schwierig. Schnitte mit unterschiedlichen Cup-Größen lohnen sich also!
6. Schnitte ohne Nahtzugabe sind mühsam
7. Es geht auch ohne Schneiderkreide
8. Beim Zuschnitt helfen Stecknadeln (wie ich am Anfang immer mit diversen Nahtlinien und beschwertem Papier rumgewurschtelt hab- furchtbar)
9. Probeteile sind für Kleider unverzichtbar
10. Mein Nahtreißverschlussfuß spinnt- das geht von Hand schneller.
11. Nähen ist wie Bestellen aus dem Katalog. Obs einem steht, weiß man erst hinterher.
12. Sag mir noch eine(r), Nähen sei gut für die Akzeptanz des eigenen Körpers. Durch den Vergleich mit den Maßtabellen hat man ständig vor Augen, wie unförmig man im Grunde ist.

So nun aber zum Lieblingskleidungsstück des Jahres 2014. Das ist eindeutig mein Hochzeitsgastkleid! Ich liebe den Stoff und ich habe es seither schon einige Male getragen (auch wenn es ein wenig eng ist…)

Hochzeitsgastkleid V8615

Hochzeitsgastkleid V8615

Mehr Lieblingskleider findet Ihr hier.

So, und wie wird 2015. Ich möchte mehr historische Sachen nähen und bei der Sew Historical Monthly-Challenge teilnehmen (mehr dazu hier, mehr für meine Familie und weniger für mich nähen und insgesamt weniger nähen. Außerdem will ich natürlich all das beherzigen, was ich in meiner “gelernt”-Lise zusammengetragen habe.

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6 thoughts on “Rückblick 2014

  1. Ich finde Dein Kleid auch sehr schön. Auch das meiste auf Deiner Lernliste habe ich genauso erfahren. Gönne Dir einen guten Reißverschlussfuß, der hilft sehr!
    Liebe Grüße, SaSa

    • Echt, bei den Reißverschlussfüßen gibt es bessere und schlechtere? Ich dachte immer für jede Maschine gibt es genau ein Modell. Muss ich mich mal schlau machen. Kann aber natürlich auch an mir liegen. ich nähe immer wieder in die Zähne (und weiß nicht recht, wie ich das verhindern kann) und dann funktioniert er nimmer.

  2. Die Liste ist schön und bei den meißten Dingen stimme ich Dir zu. Zum letzten Punkt: mir fällt eher auf dass alle Schnitthersteller ihre eigenen Maße machen 😉
    Dein Kleid ist hübsch,
    alles Liebe, Freja

  3. Pingback: “Hochrad sexy”- oder ein Jahresrückblick | Blumen und Federn

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